Ostern auf der "Grünen Insel"

 

Ostern auf La Palma ist bestimmt von dem katholischen Glauben der meisten Einheimischen.

 

Spitze Kapuzen, barfüssige Büsser mit rasselnden Ketten an den Füssen, der Leidensweg Christi in den fast täglich stattfindenden Prozessionen der Karwoche ...

 

Traditionen, die nach der Eroberung der Insel "Benahoare" durch die Spanier im 15. Jahrhundert eingeführt und bis heute mit ihrem strengen Protokoll erhalten geblieben sind.

 

 

Sakrale Musik, Trommeln, stille Ergriffenheit - Ästhetik und wertvolle Kunstwerke vereinen Tausende von Menschen bei den Feierlichkeiten der "Semana Santa".

 

Viele Jahre habe ich diesen Prozessionen nicht beigewohnt. Einmal, weil ich nicht katholisch bin, zum anderen, weil es in den Beschreibungen immer um die Kapuzengestalten ging, die wie der Ku-Klux-Klan Schrecken verbreitend durch die dunklen Hauptstadtgassen zogen.

 

Wie immer muss man oder frau erst einmal persönlich dabei sein, um sich (sein ebenfalls persönliches) Urteil erlauben zu können.

 

 

Angsteinflössend habe ich dieses Schauspiel nicht empfunden.

 

Das Ayuntamiento von Santa Cruz erklärt anlässlich der 500-Jahrfeier der Karwoche die Besonderheiten der Feierlichkeiten: Der festgelegte Ablauf, das vermutlich älteste Musikstück dieses Anlasses der Kanaren und die erst vor 5 Jahren durch den palmerischen Künstler Luis Morera hinzugekommenen "palmeras" machen die Magie dieser Tradition aus.  

 

Ausserdem sind es die Kleinigkeiten, die dem Beobachter oft ein Schmunzeln entlocken. Der korrigierende Griff zur Kapuze; die Entdeckung, dass es nicht nur Bruderschaften, sondern auch Schwesternschaften gibt; ein junger Nazaräer mit hochgeschlagener Kapuze beim Chatten aus dem Kirchturmfenster gebeugt ... 

 

Was ich persönlich vermisse, ist der fröhliche Teil der Wiederauferstehung, das Suchen der bunten Ostereier, das Begrüssen des Frühlings mit flackernden Freudenfeuern - okay, wahrscheinlich treibe ich gerade in vorchristliche Zeiten ab ...

 

und ausserdem gehört La Pama doch zu den Inseln des "ewigen Frühlings"!

 

 

Bis Mai / Juni blüht es am üppigsten an Wegrändern, Feldern, im Wald und auf den höchsten Gipfeln. Es ist die ideale Zeit zum Ausflüge machen, Wandern und Geniessen.

 

 

Ich wünsche Euch Allen ein schönes, friedvolles Osterfest,

wo immer Ihr seid!

 

Herzlichst,

Ines Dietrich

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