18 Jahre La Palma

Wie es begann ...

Seit meiner jüngsten Kindheit zog ich ziemlich oft um, reiste und kehrte immer wieder in mein gerade aktuelles Zuhause zurück.

 

Zuhause waren für mich immer die vier Wände, die mich schützend umgaben und die dazugehörige Umgebung. Eine Mini-Insel aus Vertrautem und rundherum viel Neues zu entdecken. Es galt die Umgebung zu erkunden, sich in der Natur zu bewegen, Menschen kennenzulernen. 

 

Manchmal war es ein Nomadendasein, ohne wirklich Wurzeln zu schlagen. 

 

Dies änderte sich, als ich 1994 das erste Mal auf die nordwestlichste der Kanarischen Inseln kam. La Palma berührte mich ganz tief im Herzen.

Es war Anfang Januar und mein damaliger Begleiter und ich hatten nach einem Afrika-Aufenthalt bewusst nach einem Reiseziel in Europa gesucht. Wir wollten ein friedliches Umfeld, keinen komplizierten Papierkrieg, mildes Klima zum Überwintern und vielleicht sogar für noch länger.

 

Ja, und nun weckten mich am frühen Morgen Glockengeläut, Weihnachtsmusik und überraschend kühle 13 Grad. Was war hier los?

 

Am Vortag hatten wir voller Enthusiasmus wie geplant am Flughafen den Leihwagen abgeholt und uns auf den Weg nach Fuencaliente gemacht. Der von uns gewählte Ort, Los Canarios, liegt über 700 m hoch, da kann es im Winter einige kalte Tage geben – doch das wussten wir nicht. Auch nicht, dass die Weihnachtsgeschenke erst am 6. Januar von den Heiligen Drei Königen gebracht werden.


Zum Glück reichte unser Spanisch aus, um auf den neuesten Stand zu kommen. Freundlicherweise erklärte uns der Pensionsbesitzer auch, dass es im Südwesten der Insel um diese Jahreszeit einiges wärmer ist. So nahmen wir wieder einmal das Gepäck ... 

Die Reise war erstaunlich kurz im Vergleich zu der Veränderung, die uns bevorstand. Nach nicht einmal einer Stunde Fahrzeit empfingen uns bei Puerto Naos sonnige 23 Grad. Das seltsame Gefühl in  meinem Herzen machte sich noch eindringlicher bemerkbar. Hier war ich richtig!

 

In den verbleibenden 10 Tagen ging es dann ans Entdecken. Dieses Grün, die kontrastreichen Landschaften, die Freundlichkeit der Menschen – es gab kein Zurück mehr. Oder doch?

 

Der Rückflug musste genutzt werden. Gleich am nächsten Tag nach der Ankunft in Deutschland kauften wir One-Way-Tickets. Einiges musste erledigt und organisiert werden, doch nur eine Woche später stand ich wieder auf La Palma und rief ich glücklich: „Zuhause. Ich bin Zuhause!“

Dieses Glück dauerte 3 Monate, dann hieß es Rückkehr in den deutschen Alltag und ich vermisste ständig „meine“ Insel. Es brauchte dann noch ein paar Jahre und viele Ereignisse mehr, bis ich – wieder im Januar – endgültig nach La Palma übersiedelte.

 

In den ersten Jahren konnte ich mich allerdings auch hier nicht von dem Nomadendasein befreien. Das gelang mir erst, nachdem ich mich nicht nur in die Insel sondern auch in den passenden Mann verliebt hatte.

 

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